Kinder in der Beluga School for Life in Thailand

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Die Kinder

Kind in der Beluga School for Life Gegenwärtig beherbergt die Beluga School for Life Kinder mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten. Es gibt hier Kinder, deren Eltern durch den Tsunami gestorben sind und solche, deren Eltern all ihr Hab und Gut verloren haben. Viele von Ihnen lebten vor der Beluga School for Life auf der Straße. Durch dieses Hilfsprojekt haben sie nun mit oder ohne ihre verbliebenen Angehörigen ein neues Zuhause gefunden.

Auch wenn die Kinder unterschiedliche Gründe zu der Beluga School for Life führten, verbindet sie doch alle eine Gemeinsamkeit: eine Armut, die nach deutschen Maßstäben kaum zu erfassen ist.

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Kinder der BSfLEin Bild sagt mehr als tausend Worte ...
Eindrücke aus dem Alltag der Kinder und Betreuer. Stimmungen und Emotionen, bewegende Momente.

 

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Kaow
Nanthakorn "Kaow" Kandpnakong, geboren 1996, Christ

Am 26. Dezember 2004 spielte Kaow in Tablamu, einem Fischerdorf am Strand, mit Freunden auf einem Weg vor einem kleinen Haus. Seine Eltern waren morgens zum Markt gegangen, um Fische zu verkaufen. Kaow hörte plötzlich, wie mehr und mehr Menschen schrieen und vom Ufer wegrannten. Ein Nachbar rief ihm zu: „Lauf, lauf!“ Kaow sah die Welle kommen. Er rannte um sein Leben. Er versuchte auf einen Pickup zu klettern, aber der war so überfüllt, dass er nicht mehr von der Stelle kam. Kaow rannte weiter. Ein anderer Pickup nahm ihn auf. Er wurde ins Dorf Thungmapreau gebracht, zu seiner Großmutter. Dort fanden ihn später seine Eltern.

Seine Eltern hatten alles verloren: das Haus, das Boot, ihre Existenz. Um ihr Kind zu schützen, brachten sie es nach Na Nai. Kaow besucht sie regelmäßig. Er geht in die vierte Klasse, singt gern, schauspielert auf offener Bühne und will später einmal Fischer werden.

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SawSaw
Penporn "Saw" Yoodung, geboren 1992, Buddhistin

Als Saw sieben Jahre alt war, starb ihr Vater. Ihre Mutter heiratete später einen Fischer aus Tablamu. Dort lebten sie gemeinsam. Als die erste der drei Tsunami- Wellen das Dorf erreichte, rannten Saw und ihre Mutter landeinwärts. Ein überladener Pickup konnte sie nicht mitnehmen. Dann erfasste sie die erste Welle und drückte sie unter Wasser.

Saw konnte schwimmen, ihre Mutter nicht. Beide aber wurden gegen einen großen Banyan-Baum getrieben und konnten sich mit vielen anderen Menschen in den Zweigen festklammern. Zwischen der ersten und zweiten Welle rannten sie weiter landeinwärts. Ein Wagen nahm sie auf und brachte sie in Sicherheit.

Saws Mutter wurde kränker und kränker und als sie endlich ins Krankenhaus kam, war es zu spät für ihre Rettung. Zwei Monate später starb die Mutter an den Folgen des Tsunamis!

Mittlerweile geht Saw in die achte Klasse und hat Freunde in der Beluga School for Life gefunden. Sie will nicht wieder weg und möchte noch viel lernen. Ihr Berufswunsch ist Künstlerin. Das Malen und künstlerische Gestalten macht ihr besonderen Spaß!

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Noi und Maeow
Pranee "Noi" Kaewpongsai, geboren 1932, Buddhistin
Wichat "Maeow" Kulnachai, geboren 1989, Buddhist

Noi ist die Großmutter von Maeow. Der leibliche Vater von Maeow ist verschwunden. Seine Mutter lebt mit ihrem neuen Mann weit weg in einer anderen Provinz. Bis zur Tsunami-Katastrophe lebte Maeow zusammen mit seiner Großmutter im Fischerdorf Tablamu. Noi lief derzeit täglich durchs Dorf um Müll - Plastik, Papier, Pappe, Metall - zu sammeln, zu sortieren und anschließend für schmales Geld zu verkaufen.

In der Nacht vom 24. zum 25. Dezember hatte Noi einen Traum, in dem ihr ihre verstorbene Mutter erschien. Am Tag darauf berichtete sie einem Nachbarn davon. Der riet ihr zum Tempel zu gehen und etwas für die Seele ihrer Mutter zu opfern.

Am 26. Dezember machten sich Noi und Maeow frühmorgens auf und liefen ins Hinterland zum Tempel. Noi hatte allerlei Geschenke für die Seele ihrer Mutter dabei: etwas zu Essen und praktische Dinge, die ein Reisender im Jenseits gut gebrauchen kann. Ein Mönch übermittelte in einer Zeremonie die Geschenke der Seele der Mutter. Noi und Maeow beteten und machten sich auf den Heimweg. In der Nähe des Dorfes sahen die beiden eine große Welle kommen. Es war die dritte Welle des Tsunamis. Doch sie beide waren in Sicherheit. Als sie später in ihr Dorf kamen, sahen sie viele Tote. Ihr Zuhause samt all ihren Besitztümern war verwüstet.

In Na Nai haben sie schließlich eine neue Heimat gefunden. Noi ist Recycling-Expertin geworden und organisiert die Müllentsorgung im Dorf. Sie hält die Häuser sauber und liebt es, schöne Körbe zu flechten.

Maeow geht in die neunte Klasse. Er malt, singt und schneidet gerne Haare. Außerdem hat er Freude daran, Autos und Motorräder zu putzen. Sein Berufswunsch aber ist Koch.

Noi sagt, dass sie immer noch traurig wird, wenn sie an den Tsunami denkt. Sie will nie mehr ans Ufer zurück.